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Smart Meter für den Gasverbrauch


von Lukas

Nur Strom? Auch Gas kann smart sein!

 

Smart Meter sind inzwischen hinlänglich bekannt. Das Konzept der Transparenz beim Energieverbrauch setzt sich beim Verbraucher immer mehr durch – was den Stromverbrauch anbelangt. Dabei gibt es Smart Meter auch für Gas, also für die Wärmeerzeugung. Eigentlich logisch, denn warum sollte sich das Prinzip der intelligenten Messung nur auf Strom beschränken. Noch nicht gewusst? Aber jetzt!

Ein Blick über deutsche Grenzen hinaus zeigt, dass Europa inzwischen Nordamerika als größten Absatzmarkt für intelligente Gaszähler schon vor zwei Jahren abgelöst hat. Warum sich die Gas Smart Meter im Moment in Deutschland noch im Hintergrund halten, liegt vermutlich an der Regierung bzw. der Gesetzgebung. Die schreibt nämlich den sukzessiven Einsatz für Smart Meter beim Stromverbrauch vor, beim Thema Gas hält sie sich deutlich zurück. Hier wird nur geregelt, dass seit 2017 neu eingebaute Zähler gateway-fähig sein müssen, das heißt, dass eine digitale Anbindung möglich sein muss. Die Betonung liegt hier also bei möglich, d.h. die neuen Zähler sollen theoretisch über einen Gateway digitale Messungen erzeugen können, was übrigens auch bei älteren Zählern über einen Adapter in der Regel problemlos bewerkstelligt werden kann. Beim Strom ist die Umstellung also ein Muss, beim Gas ein Kann.


Volle Transparenz auch beim Gasverbrauch

Dabei liegen die Vorteile auch bei der Gasmessung auf der Hand. Intelligente Zähler sorgen auch hier für volle Verbrauchstransparenz, Daten werden in der Regel alle 15 Minuten ausgelesen und über ein Portal visualisiert. Verbrauchsspitzen werden schnell erkannt, wenn möglich, kann gegengesteuert werden. Überraschungen bei der bisher jährlichen Abrechnung sind Geschichte. Auch das eigene Ablesen der Zähler entfällt. Da viele Strom-Kunden dies inzwischen schätzen, steigt die Nachfrage für den Bereich Gas inzwischen deutlich. Nicht ohne Grund. 

Ein Studie von PricewaterhouseCoopers zur Einführung von Smart Metern in Österreich belegt, dass dort im Bereich Strom rund 3,5 % Energiekosten eingespart werden konnten. Beim Gas sind es hingegen satte 7 %. Und auch die Erdgaspreise steigen. 

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Der Markt entwickelt sich noch

Noch gibt es am deutschen Markt nicht so viele Anbieter für intelligente Gasmessung wie für Strommessung, doch vermutlich wird sich das rasch ändern. Letztlich gibt es zwei Zielgruppen, die sich schnell von den Vorteilen überzeugen lassen. Das sind zum einen gewerbliche Kunden mit einem hohen Wärmebedarf und damit Gasverbrauch (zum Beispiel Hotelbetriebe und Krankenhäuser), die Einsparpotentiale suchen. Zum anderen sind es Privatkunden, die vielleicht ein nicht so hohes Einsparpotential haben, aber die Transparenz schätzen und den Preis dafür zahlen.

Die Kosten der Einführung von intelligenten Gaszählern zahlt der Verbraucher, sie sind auch nicht wie bei der „Zwangseinführung“ im Strombereich von der Regierung gedeckelt. Da es bislang noch wenige Anbieter gibt, macht es Sinn, den Markt vor einer Entscheidung noch ein wenig zu beobachten.

 

Kosten versus Einsparungspotential

Die laufenden Kosten für die Betreibung der Zähler sind meist für private und gewerbetreibende Kunden gleich. Ca. 60 Euro im Jahr fallen für die Wartung der Zähler, das Auslesen und Auswerten der Daten an. Bei der einmaligen Installation der Zähler gehen die Preise dann stark auseinander. Kann ein Privathaushalt mit ca. 500 Euro rechnen, bewegt sich das im Gewerbebereich durchaus schon deutlich in einem vierstelligen Bereich. Hier gilt es also, ein mögliches Einsparpotential gegenzurechnen.

Für neue Anschlüsse fallen übrigens die Installationskosten nicht an. Hier sind die Betreiber gehalten, von Beginn an intelligente Zähler einzubauen, ebenso bei großen Umbau- und Sanierungsmaßnahmen.

Verbraucher, die beim Strom noch nicht an einen digitalen Zähler angebunden sind, sollten zudem die Augen aufhalten: Manche Anbieter bieten Sonderpreise bei gleichzeitiger Umstellung von Gas und Strom.

 

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