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Von der Militärbasis zum klimaneutralen Wohnquartier

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Potsdam - Potsdam soll ein klimaneutrales Stadtquartier für bis zu 10.000 Menschen bekommen. Auf 146 Hektar Fläche einer ehemaligen Militärbasis plant ein Konsortium um die Stadtwerke Potsdam den neuen Stadtteil Krampnitz. Schlüssel zur Klimaneutralität ist ein Energiekonzept, bei dem Fotovoltaik-Mieterstrom, E-Mobilität und Blockheizkraftwerke die Hauptrollen spielen. Bei dem Vorhaben im Norden der Stadt sollen Energie- und Wohnungswirtschaft eng verzahnt zusammenwirken. Neben der Stadt und dem Versorger sowie den Verkehrsbetrieben ist die kommunale Wohnungsgesellschaft Gewoba Konsortialpartner, die seit 2006 als "Pro Potsdam" firmiert.
 

Deutsche Wohnen plant 1.400 Wohnungen

Erster Großinvestor ist die Deutsche Wohnen. Realisieren wollen die Partner das Quartier in drei Phasen ab September 2019. Zuvor will das Konsortium ihre Pläne im Mai kommenden Jahres eine Woche lang dezidiert vorstellen. Bereits 2021 sollen die ersten Bewohner einziehen. Insgesamt veranschlagen die Partner 15 Jahre Entwicklungszeit. Auch das Energiekonzept und die Verbesserung der Ökobilanz des Quartiers sollen schrittweise mit dem Realisierungsfortschritt wachsen. Auf dem Areal der Stadt befinden sich aktuell 82 Gebäude. 19 davon sind Doppel- und 29 Mehrfamilienhäuser. Alle stehen unter Denkmalschutz. Geplant ist deren Sanierung sowie zahlreiche Neubauten nach deren Vorbild. Entstehen sollen im Laufe der Jahre bis zu 5.000 Wohneinheiten. Insgesamt 1.400 Mietwohnungen will allein die Deutsche Wohnen in dem Stadtteil schaffen, 500 davon in dem denkmalgeschützten Bestand. Für Neubau und Sanierung kalkulieren die Planer 400 Mio. Euro Investitionssumme.
 

Plan: Fossilfreie Versorgung bis 2050

Das Rückgrat der Energieversorgung bilden drei mit Biomethan betriebene Blockheizkraftwerke (BHKW) sowie Solaranlagen auf den Dächern der Mietshäuser. In den Plänen ist zudem eine Windkraftanlage verzeichnet. "Das Energiekonzept ist bewusst modular gestaltet", sagte ein Stadtwerkesprecher zu energate. Ziel sei es, die Menschen im neuen Quartier von Anfang an flächendeckend CO2-neutral zu versorgen - und bis spätestens 2050 ohne fossile Energieträger. Dabei denken die Planer perspektivisch bereits an Sektorkopplungspotenzial in Form einer Power-to-Heat-Anlage. Trotz der zahlreich geplanten Solaranlagen sind Batteriespeicher bislang nicht Teil der Überlegungen. "Wir gehen nicht davon aus, dass aus den Solaranlagen in Zukunft nennenswerte Stromüberschüsse generiert werden", so der Sprecher. Schließlich sollen die Anlagen auch den ÖPNV in Form einer Tram sowie die geplante E-Mobilität mitversorgen, fuhr er fort. Für die langfristigere Sicht prüfen die Quartiersplaner bidirektionales Laden als mobile Batteriespeicheroption.
 

E-Carsharing in Kombination mit Tram-ÖPNV

Das weitestgehend elektrifizierte Mobilitätskonzept ist eine weitere Säule des Konzepts. Mit Hilfe von E-Car- und E-Bikesharing in Kombination mit der Tram soll der klassische PKW-Verkehr aus dem Quartier möglichst rausgehalten werden. Mehr noch: der Individualverkehr soll generell "zugunsten der Lebensqualität verringert werden", kündigte das Konsortium an. Einerseits sind nahe der Wohn- und Gewerbeimmobilien Be- und Endladezonen für den Lieferverkehr angedacht. Andererseits soll es große Quartiersgaragen geben, jedoch keine raumgreifenden Parkflächen im Quartier selbst.
 

Autarkes Wärmenetz

Zentrales Element der Wärmeversorgung ist ein autarkes Niedertemperaturwärmenetz, das auf 50 Grad Celsius Vorlauf- und 30 Grad Celsius Rücklauftemperatur ausgelegt ist. Das Netz baut sowohl auf Erdwärme als auch auf Abwasserwärme und Solarthermie. Auch hier spielen die BHKW eine Hauptrolle. Für die Deckung des Spitzenbedarfes werden die BHKW durch Heizkessel ergänzt, die sowohl mit Biomethan als auch mit Erdgas arbeiten können. Ferner ist ein Wärmespeicher zur weiteren Glättung von Bedarfsspitzen eingeplant.



Quelle: Newsletter energate | immo

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